Time & Space entstand aus dem Wunsch heraus, genau den Ort zu schaffen, den ich mir selbst immer gewünscht habe: einen Raum, in dem Menschen großartiges Design in einer entspannten und einladenden Atmosphäre erleben können. Sammlerdesign wirkt oft einschüchternd oder exklusiv, deshalb wollte ich einen lebendigen Ort schaffen, an dem Möbel, Kunst, Bücher und Objekte ganz selbstverständlich durch Gespräche, Ausstellungen und gemeinsame Erlebnisse entdeckt werden können.
Unsere Vision war nie in erster Linie, Möbel zu verkaufen. Vielmehr geht es darum, eine Community rund um Design aufzubauen. Jedes Objekt erzählt eine Geschichte, und indem wir diese Geschichten weitergeben, möchten wir Menschen ein tieferes Verständnis für die Handwerkskunst, die Geschichte und die Ideen hinter den einzelnen Stücken vermitteln. Ganz gleich, ob jemand bereits leidenschaftlich sammelt oder Design gerade erst für sich entdeckt bei uns ist jeder willkommen.
Letztlich ist Time & Space eine Plattform, die Design, Kunst, Mode, Musik und Architektur zusammenbringt und zeigt, wie eng diese Welten miteinander verbunden sind. Wenn jemand unseren Raum inspiriert verlässt, einen neuen Designer entdeckt hat oder Design mit anderen Augen sieht, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Für mich sind Fotografie, Archivierung und Kuratieren unterschiedliche Formen des Geschichtenerzählens. Die Fotografie prägt meinen Blick für Licht, Details und Komposition, während das Archivieren mein Verständnis für die Geschichte und Bedeutung der Möbel und Objekte vertieft, die wir sammeln.
Das Kuratieren bringt all diese Aspekte zusammen. Ob ich ein Bild erschaffe, ein besonderes Objekt auswähle oder eine Ausstellung konzipiere. Ich denke immer über die Geschichte dahinter, den Kontext und darüber nach, wie Menschen diese Erfahrung wahrnehmen werden.
Ein Möbelstück, das mir besonders viel bedeutet, ist der Eames RAR Rocking Chair von Herman Miller aus den 1950er-Jahren. Für mich verkörpert er perfekt die Philosophie von Charles und Ray Eames: durchdachtes, funktionales Design zu schaffen, das Menschen im Alltag genießen können. Obwohl der Stuhl inzwischen über 70 Jahre alt ist, wirkt er immer noch erstaunlich modern.
Am meisten bewundere ich seine Schlichtheit. Jedes Element erfüllt einen klaren Zweck – von der geformten Fiberglasschale über das filigrane Drahtgestell bis hin zu den hölzernen Kufen. Er erinnert mich daran, dass gutes Design nicht kompliziert sein muss, sondern vor allem gut durchdacht.
Der RAR ist längst zu einer Ikone des Designs des 20. Jahrhunderts geworden, und ein originales Exemplar von Herman Miller zu besitzen, fühlt sich an, als würde man ein kleines Stück Designgeschichte bewahren. Er ist für mich eine ständige Inspirationsquelle und erinnert mich daran, wie zeitlos wirklich gutes Design sein kann.
Für mich wird ein Raum durch die Geschichten der Objekte, die sich in ihm befinden, wirklich bedeutungsvoll. Deshalb versuchen wir grundsätzlich, Originale statt Reproduktionen zu sammeln. Das bedeutet fast immer, dass jedes Stück bereits ein früheres Leben hatte.
Wenn wir ein Objekt von einem Sammler oder Vorbesitzer übernehmen, interessiert mich besonders, woher es stammt, wie lange es Teil seines Lebens war, warum es damals gekauft wurde und welche Rolle es für diese Person gespielt hat. All diese Geschichten werden Teil des Objekts selbst.
Wenn diese Stücke schließlich zusammenkommen, prägen sie den Charakter eines Raumes. Es ist nicht einfach eine Ansammlung von Möbeln, sondern eine Sammlung von Geschichten, Erinnerungen und Erfahrungen. Wir fügen diesen Geschichten unser eigenes Kapitel hinzu und genau das verleiht einem Interior seine besondere Wärme und Persönlichkeit.
Für mich ist gutes Design zeitlos. Es wird nicht von Trends oder Hypes bestimmt, sondern von durchdachten Ideen, ehrlichen Materialien und einem echten Zweck. Ich persönlich kann mit Trends wenig anfangen, weil sie großartiges Design oft auf etwas Kurzlebiges oder Modisches reduzieren, anstatt seine Originalität und Langlebigkeit wertzuschätzen.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Togo-Sofa. Ich habe dieses Design jahrelang geliebt. Doch als es plötzlich zum Trend wurde und überall auftauchte, hat sich mein Verhältnis dazu verändert. Nicht, weil das Design weniger brillant geworden wäre, sondern weil sich der Fokus verschoben hat: Statt das Design selbst zu würdigen, ging es plötzlich nur noch darum, etwas zu besitzen, das gerade angesagt ist.
Für mich sind die besten Entwürfe diejenigen, die leise die Zeit überdauern. Wenn ein Objekt auch 50 oder 60 Jahre nach seiner Entstehung noch funktional, inspirierend und relevant ist, dann ist das der wahre Maßstab für gutes Design.
Im Moment würde ich wahrscheinlich den Eames Lounge Chair mit Ottoman wählen. Er ist ohne Zweifel ein Klassiker, vor allem aber unglaublich bequem. Charles und Ray Eames haben etwas geschaffen, das nicht nur wunderschön gestaltet ist, sondern sich auch wirklich zum Leben eignet.
Wenn du mich allerdings in ein paar Jahren noch einmal fragst, könnte meine Antwort ganz anders ausfallen. Es gibt noch so viele ikonische Stühle, auf denen ich bisher nie sitzen oder die ich nie selbst erleben durfte. Deshalb glaube ich nicht, dass ich schon das Recht habe, eine endgültige Antwort zu geben. Aber im Moment geht der Eames Lounge Chair ganz klar als Sieger hervor.
Ganz klar: Japan. Ich hatte das Glück, das Land im Laufe der Jahre mehrmals zu besuchen, und jedes Mal fühle ich mich dort vollkommen angekommen. Ich liebe die Kultur, die Menschen und natürlich auch die Architektur. Was mich jedoch am meisten beeindruckt, ist die Sorgfalt und Wertschätzung, mit der dort allem begegnet wird.
Ob Möbelstück, Alltagsgegenstand oder Innenraum – überall spürt man eine außergewöhnliche Wertschätzung für Handwerkskunst und Langlebigkeit.
Japan erinnert mich immer wieder daran, langsamer zu werden und auf die kleinen Details zu achten. In der Gestaltung und im Umgang mit Dingen liegt eine besondere Ruhe und Achtsamkeit, zu der ich mich ganz natürlich hingezogen fühle. Das Land ist für mich eine unerschöpfliche Inspirationsquelle – und wenn ich jemals außerhalb von London leben würde, dann dort.










